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Vom Telefondienst zur Friedhofsverwaltung

03. 09. 2021

Nach 35 Jahren geht Karin Carstensen in den Ruhestand


Was wie ein Relikt vergangener Zeiten anmutet, kommt im Kirchenbüro in Nordhackstedt tatsächlich noch zum Einsatz – eine elektrische Schreibmaschine. „Wir brauchen sie allerdings nur noch, um Einträge ins Stammbuch zu tippen“, lacht Karin Carstensen und spannt zum Beweis einen dieser kleinen Originalbögen ein. 35 Jahre arbeitete sie als Gemeindesekretärin und blickt auf etliche Veränderungen während dieser Zeit zurück. „Den allerersten Computerkurs habe ich in der Frauenwerkstatt in Flensburg absolviert“, erzählt sie.
Weshalb sie 1986 zur Kirchengemeinde kam, klingt ein wenig kurios: „Pastor Karsten Kaehlcke hatte die Gemeinde verlassen und aus Spargründen blieb die Stelle ein halbes Jahr vakant. Also wurde jemand gesucht, der den Telefondienst übernehmen konnte.“
Da habe Carsten Friis, damals Vorsitzender des Kirchenvorstands, zu ihr gesagt: „Wir wollen nur jemand fürs Telefon, und wenn Sie nichts zu tun haben, dürfen Sie gerne stricken.“ Nun, zum Stricken kam es nicht. Im Gegenteil, das Aufgabenfeld entwickelte sich immer umfassender. Seit etwa 20 Jahren ist Nordhackstedt die einzige Kirchengemeinde im Westen des Kreises, die ihre Friedhofsverwaltung komplett selbst abwickelt. Und diesen Part hat Karin Carstensen mit Freude übernommen:
„Ich mag gern mit Leuten zu tun haben und sie beraten.“ Zu ihr kämen nicht nur ältere Menschen: „Auch Schwerkranke oder junge Menschen möchten alles rund um die Grabstätte geregelt haben.“

Immer Ansprechpartnerin

Ansprechpartnerin zu sein in allen Facetten des Lebens, das habe sie während ihres gesamten Berufslebens erfüllt: „Bei mir hat sich vieles im Leben gefügt, ich hatte immer Glück.“ Schon im zarten Alter von 14 Jahren begann sie ihre Ausbildung zur Groß- und Einzelhandelskauffrau, arbeitete dann 10 Jahre in einem Garten- und Landschaftsbetrieb, bis sie für ein Jahr in Elternzeit ging und danach ins Kirchenbüro wechselte. Als ihre Kinder nicht mehr klein waren, stellte sie sich einer neuen Herausforderung und übernahm zusätzlich die Büros in Großenwiehe und Wallsbüll. Und dennoch, es blieb immer genügend Zeit für eigene Hobbys und das Ehrenamt. „Seit 18 Jahren bin ich Mitglied im Kirchengemeinderat, und es macht mir immer noch Spaß“, sagt Karin Carstensen. Und dieses Amt will sie nun auch nach ihrem Eintritt in den Ruhestand weiter ausüben, denn „mit unserem Pastor Frithjof Stahnke haben wir hier eine richtig gut funktionierende Gemeinde.“ Bezüglich der Veränderungen in der Region Nördliche Geest, die keine eigene Pastorenstelle für die Kirchengemeinde Nordhackstedt mehr vorsieht, nimmt sie kein Blatt vor den Mund: „Das ist eine heftige Nummer. Wir hatten hier alles so gut aufgestellt, und nun wird es platt gemacht.“
Ihre größte Sorge sei, dass die Beziehungen nicht mehr im Mittelpunkt stünden, die doch schließlich die Kirche ausmachten. Zuversicht strahlt sie jedoch bezüglich ihrer Nachfolgerin Janin Christiansen im Kirchenbüro aus: „Wir haben jetzt vier Wochen den Übergang im neuen Büro im Gemeindehaus vorbereitet – und es passt wunderbar.“ Großes Lob von allen Seiten durfte sie selbst bei ihrer Verabschiedung ernten. „Du warst ein Goldstück der Kirchengemeinde und ihr Gesicht. Dein erfrischender Pragmatismus und dein klares, gutes Gespür haben allen sehr gut getan“, würdigte Pastor Stahnke ihre Persönlichkeit.
Pastorin Rönndahl aus Großenwiehe und Pastorin Decker aus Wallsbüll hatten neben anerkennenden Dankesworten einen symbolischen Reisekoffer und eine Stammrose im Gepäck. „Schön war die Zeit – schön wird die Zeit“, meinte die Geehrte. Sie freue sich nun auf den Garten, auf Volkshochschulkurse und Zeit zum Lesen – vor allem aber gemeinsam mit ihrem Mann auf viele Stunden mit ihrem sieben Monate alten ersten Enkelkind.

 

Quelle - SHZ Helga Böwadt

 

Mit den Pastoren aus Wallsbüll, Nordhackstedt und Großenwiehe

 

Bild zur Meldung: Vom Telefondienst zur Friedhofsverwaltung

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