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Corona-frei - Juli muss zu Hause bleiben

13. 03. 2020
Virus-Verdacht an der Schule:
 

Juli ist nicht krank und hat auch keine Freunde oder Verwandte, die das Coronavirus haben. Trotzdem hat sie deswegen erstmal schulfrei. Am Mittwoch wurden die 13-Jährige und alle Mitschüler an der Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund nach der letzten Stunde mit einem Zettel nach Hause geschickt. Darauf stand, dass sie wegen eines Corona-Verdachts erst einmal zu Hause bleiben sollen. Der Mann einer Lehrerin an Julis Schule hat das Virus. Deshalb haben nun mehr als 600 Kinder bis auf Weiteres keinen Unterricht.

Was fängt man jetzt an mit der freien Zeit? „Am Anfang habe ich mich gefreut, denn am Donnerstag und Freitag sollten wir Klassenarbeiten schreiben“, sagt Juli. Darauf verzichten die Schüler natürlich gern.

Juli geht jetzt mit dem Hund spazieren und sammelt die Eier von den Hühnern ein. Sie räumt ein bisschen auf und hilft ihrer Mutter im Garten. Und manchmal übt sie auch mit dem Programm Bettermarks Mathe.

Aber wahrscheinlich wird es irgendwann auch langweilig. Die Schüler sind zwar nicht in Quarantäne, müssen also nicht die ganze Zeit im Haus bleiben. Aber ein bisschen Ungewissheit ist doch dabei, wenn die Krankheit so nahe kommt. „Die Großeltern besuchen wir jetzt erstmal nicht“, sagt die Schülerin. Auch Freunde treffen ist nicht sinnvoll, wenn keiner weiß, ob man sich nicht doch angesteckt hat.

„Wir bleiben übers Handy in Kontakt und hoffen, dass es bald weitergeht“, sagt Juli. Ab Montag haben sie und alle anderen Achtklässler eigentlich eine Praktikumswoche. Juli freut sich schon darauf, einem Physiotherapeuten bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Aber ob es dazu kommt, ist noch ungewiss. Die Klassenfahrten zum Skifahren und nach London in der Woche darauf sind bereits abgesagt.

Wann Juli wieder zur Schule gehen darf, kann auch Schulleiter Jan Lietzau noch nicht sagen. „Die ersten Tage ist es wie unwetterfrei wegen Hitze oder Schnee“, sagt er. Auf der Internetseite der Schule stand am Donnerstagabend noch, dass sie bis Freitag geschlossen ist. Aber wenn es auch am Montag nicht weitergehen kann, werden sich die Lehrer überlegen müssen, wie die Schüler lernen können. „Wir sind medial relativ gut ausgestattet“, sagt der Schulleiter. Die älteren Schüler haben Tablets, für die Jüngeren gäbe es auch Lösungen. Doch Arbeitsbögen oder Lernvideos sind nicht dasselbe wie Unterricht, in dem man miteinander reden und Fragen stellen kann. Deshalb hofft der Schulleiter wie Juli, dass das Corona-frei bald vorbei ist.

 

Text - SHZ Ina Reinhart