- Die Verkehrsader der Geest
- Die Äpfel sind reif – greift zu!
- Einladung zur Bauausschusssitzung
- Herzlich willkommen, liebe Erstklässlerinnen und Erstklässler!
- Die Verkehrsader der Geest
- Die Äpfel sind reif – greift zu!
- Einladung zur Bauausschusssitzung
- Herzlich willkommen, liebe Erstklässlerinnen und Erstklässler!
- Die Verkehrsader der Geest
- Die Äpfel sind reif – greift zu!
- Einladung zur Bauausschusssitzung
- Herzlich willkommen, liebe Erstklässlerinnen und Erstklässler!
Die Verkehrsader der Geest
Die B199 ist die zentrale Ost-West-Verbindung zwischen Flensburg und Nordfriesland. Pendler, aber auch zahlreiche Urlauber auf ihrem Weg zu den Inseln nutzen sie. Ein Blick in die Vergangenheit der Bundesstraße.
Im Frühling wurde an der Bundesstraße 199 gebaut. Wegen des neuen Werks der Flensburger Fahrzeugbau GmbH (FFG) erhielt die Kreuzung am Scandinavian Park einen neuen Seitenarm. Es ist die jüngste Veränderung an der Trasse dieser Verkehrsmagistrale im nordwestlichen Kreisgebiet – von inzwischen mehreren, verteilt auf mehrere Dekaden.
Denn die 199 tauchte für die frühere Friesische Straße schon auf, als in den 1930er-Jahren das System der Reichsstraßen eingeführt wurde. Mit Gründung der Bundesrepublik im Jahr 1949 sprach man von Bundesstraßen und übernahm die Nummerierungen der Zwischenkriegszeit.
Weg mit dem Schlenker durch Wallsbüll
Mit der Einführung der Reichsstraßen-Systematik gab es auch schon die erste Änderung. Der Vorläufer ging direkt durch das Dorf Wallsbüll. Als die Nationalsozialisten die Infrastruktur auf schnelle Truppenverlegungen und Panzerfahrten überprüften, soll ihnen der Schlenker über Hauptstraße und Schulstraße sowie eine klapprige Holzbrücke missfallen haben. Die Geburtsstunde der heutigen Kreuzung bei Wallsbüll. Die erste Bestandszeichnung für die Brücke über die Wallsbek stammt von Januar 1936.
Die älteren Jahrgänge werden sich gewiss noch an die „Haarnadel-Kurve“ bei Hörup-Eck erinnern. „Vor der scharfen Kurve in Hörup müssen Autofahrer kräftig auf die Bremse treten“, schrieb das „Flensburger Tageblatt“ noch im Sommer 1973. Wenige Monate später rückten die Baumaschinen an. Ein 4,6 Kilometer langes Teilstück zwischen Hörup und Stadum wurde ausgebaut und die Kurve entschärft. Im Winkel und im Grünen Weg kann man noch Relikte der alten Trasse aufspüren. Auch der Rastplatz etwa einen Kilometer weiter westlich stellte mal die Streckenführung der dann begradigten Schnellstraße dar.
Zu diesem Zeitpunkt gab es bereits Pläne, die B 199 vom Friedenshügel bis nach Handewitt auf einer weitgehend neuen Linienführung vierspurig auszubauen. Eine Zeichnung sah den vorläufigen Endpunkt an der Handewitter Raiffeisenstraße vor. In etwa dort, wo sich heute Kreisel und Tankstelle befinden, sollten Ab- und Auffahrt geschaffen werden. Die Autos hätten dann auf ihrem Weg zur bestehenden Bundesstraße vor allem den Norden des Ortes geflutet.
Etliche Anwohner, darunter Dorfarzt Hans Boie und der spätere Bürgermeister Helmut Kanzler, beschwerten sich vehement und lockten sogar den damaligen Bundesverkehrsminister Lauritz Lauritzen (SPD) auf die Geest. Der Kompromiss war eine Verkürzung des Bauabschnittes und die Tempo-30-Kurve direkt an der Autobahn. Kurz davor endete die neue, nur noch drei Kilometer lange Vierspurigkeit.
Die Einweihung erfolgte am 13. Juli 1976 – zusammen mit der Freigabe des Verkehrs auf der A7. Kostenpunkt mit Grunderwerb: stolze 14 Millionen D-Mark. Einige Sonderbauten trieben die Summe nach oben.
Viehtunnel und Verbindungsschleife
Der einst unfallträchtige Kreuzungspunkt mit der Eisenbahnstrecke und dem Ochsenweg wurde durch eine „doppelte“ Brücke aufgehoben. Beim Schäferhaus wurde ein Viehtunnel eingerichtet. Zwischen Langberg und Gottrupel wurde eine Brücke für die „alte“ B 199 errichtet, um die neue Schnellstraße zu überwinden – mit integriert ein Fußgängertunnel. Dadurch wurde der Flugplatzweg in Langberg gekappt. Eine neue Verbindungsschleife in Richtung Schäferhaus erwies sich als zu schmal, es musste nachgebessert werden.
Einige generelle Bedenken gab es angesichts des damals kühn anmutenden Straßenprojekts auch. So sorgten sich Umweltschützer um die Frischluftzufuhr Flensburgs. Ein Landwirt verlor rund die Hälfte seiner Ländereien und musste entschädigt werden. Schließlich stand im Protokoll der Bauabnahme: „Keine Schwierigkeiten“. Da war noch nicht abzusehen, dass 1976 ein „Jahrhundert-Sommer“ kam. Das Flensburger Straßenbauamt registrierte an den frisch bepflanzten Böschungen zahlreiche Dürreschäden.
Mehrspuriger Ausbau bis Niebüll scheitert an Kosten
Die Vision, den „Sylt-Zubringer“ bis nach Niebüll auszubauen, platzte bald an den Kosten. Die B 199 schlängelte sich weiterhin durch Unaften oder Schafflund. In den 1980er-Jahren entstanden Radweg und Fußgängertunnel in Handewitt, Wallsbüll und Hörup.
In Schafflund scheiterte diese Infrastruktur an den Grundstücksverhandlungen. In der Bevölkerung regte sich Unmut, da viele Kinder die vielbefahrene Straße auf ihrem Schulweg queren mussten. Die Lösung war eine Fußgänger-Ampel, die erst 2021 verschwand. Vor fünf Jahren entstand der Kreisel, für den die Gemeinde Schafflund lange gekämpft hatte und den sie auch finanzierte.
Welche Veränderungen kommen als Nächstes? Gesprochen wurde schon über einen Kreisverkehr bei Wallsbüll. Ein Dauerthema wurde als „vordringlicher Bedarf“ in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen: eine Ortsumgehung für Handewitt-Nord und Unaften. Sie würde kurz vor Wallsbüll in die heutige Bundesstraße einschwenken. Im Frühling hieß es, dass zunächst die „Ausbuchtung“ der 50 Jahre alten Kurve an der Autobahn und eine Ampelschaltung an der Kreuzung mit der Lecker Chaussee Priorität erhalten sollten. Die Antwort auf eine aktuelle Anfrage beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr: „Es gibt keinen neuen Sachstand.“
Quelle: SHZ Jan Kirschner
Bild zur Meldung: Die Verkehrsader der Geest
Fotoserien
B199 (06.08.2026)
Wie die B199 entstand


























