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Wenn Demenz das Leben verändert: Hilfe und Begleitung für Angehörige mit Anke Bernack

Schafflund

„Eine so große Resonanz hatte ich gar nicht erwartet.“ Anke Bernack ist erstaunt, wie schnell sich ihr neues Angebot herumgesprochen hat. Mund-zu Mundpropaganda funktioniert offensichtlich gut. Insbesondere wohl, weil das Thema „Demenz“ immer mehr Familien betrifft und viele sich mit den Auswirkungen überfordert fühlen. Und genau hier will Anke Bernack ansetzen: Hilfe anbieten, Unterstützung geben und individuell beraten. 

Als Anlaufstelle für Angehörige, um sie zu entlasten und zu stärken. „Wegbegleitung Demenz“ heißt ihr Angebot, das sie im vergangenen Jahr in Kooperation mit der Sozialstation Schafflund ins Leben gerufen hat. Ihr Antrieb: „Angehörige wissen oft nicht, an wen sie sich wenden können, sie sollen ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Fragen finden.“ 

 

Anke Bernack ist Krankenschwester, hat 15 Jahre in der Sozialstation Schafflund gearbeitet, sich zur Demenzfachkraft fortgebildet und schon damals Angehörige beraten. Nun allerdings hat sie sich die Freiheit genommen, ausschließlich ehrenamtlich ihr Hilfsangebot umzusetzen – und füllt damit eine offensichtliche Lücke. „In den Gesprächen kann ich Menschen einen Leitfaden geben, das fasziniert mich“, sagt Anke Bernack. Das beginne ganz praktisch mit der Unterstützung von Anträgen, dem Weg zur Diagnose, um Ansprüche geltend zu machen, bis hin zu neuen Impulsen für den Umgang im Alltag. „Der Demenzkranke braucht Hilfe, sollte möglichst viel am Leben teilnehmen, wir sollten bei dem anknüpfen, was jemand noch kann und will“, rät sie zu einem veränderten Bewusstsein. Bei Einschränkungen und Verboten seien Konflikte schon vorprogrammiert. Und sie gibt einen Tipp, wie man schon frühzeitig für sich selbst Vorsorge treffen kann, um bei einer möglichen Erkrankung ein Mehr an Freiheiten zu bewahren: „Man könnte schon in seine Vorsorgevollmacht hineinschreiben, dass man im Falle eines Falles gern eine Uhr mit einem GPS-Tracker hätte, dann müssten sich die Angehörigen später bei Spaziertouren weniger Sorgen machen.“ 

 

Wenn man Anke Bernack zuhört, wie sie über ihre Gesprächserfahrungen berichtet, spürt man Empathie und Professionalität zugleich und erkennt, wie differenziert sie die unterschiedlichen Ausprägungen von Demenz sowohl für die Erkrankten als auch die belasteten Angehörigen in den Blick nimmt. Eine betroffene Ehefrau äußert ihre Dankbarkeit: „Ohne sie stünde ich hilflos vor dieser neuen Situation. Frau Bernack steht mir zur Seite, ich kann sie jederzeit fragen.“ Häufig seien es die Ehepartner, die an ihre Belastungsgrenze kommen, denn „es ist schwer, 24 Stunden in Bereitschaft zu sein, die Angehörigen brauchen eine Auszeit“, so Anke Bernack. Hier könne einerseits der Tagestreff Entlastung bieten, andererseits bedürfe es mitunter eines runden Tisches mit Kindern und Enkelkindern, um passgenaue Lösungen zu finden: „Wenn alle miteinander reden, können wir gemeinsam Wege finden.“ 

 

Besonders herausfordernd für die Familie sei es, wenn jüngere Menschen von Demenz betroffen sind, noch keine 60 Jahre alt: „Ich habe mich gefreut, dass auch sie mich gefunden haben, ich unterstützen kann.“  Der gesellschaftliche Umgang mit Erkrankten hat sich gewandelt, ist offener geworden. Erfreulich, wie Anke Bernack feststellt, denn früher wurden diese Menschen häufig ausgeschlossen von der Außenwelt. Und um dieses Umdenken zu beschleunigen, hält sie Vorträge über ihr Projekt „Wegbegleitung Demenz“, erreicht auf diesem Weg politische Gremien, Vereine und Verbände und hofft auf weitere Unterstützung engagierter Menschen.

 

Ein weiteres Angebot gibt es bereits seit 2023: Einen Gesprächskreis Demenz im Tagestreff der Sozialstation im Amt Schafflund, den Anke Bernack und Malena Lemke leiten. Hier finden Angehörige einmal im Monat einen vertraulichen Rahmen für ihren Austausch. 

 

Quelle - SHZ Helga Böwadt

 

 Tagestreff 

 

 

Bild zur Meldung: Wenn Demenz das Leben verändert: Hilfe und Begleitung für Angehörige mit Anke Bernack