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„Gefangen im Paradies“: Schafflunder Christopher Fritze veröffentlicht sein erstes Buch
Weltreise mit Umwegen
Laos war für mich ein Zufluchtsort und Traumland zugleich.“ So beschreibt Christopher Fritze ein Land, das so gar nicht in seine ursprüngliche Reiseroute eingeplant war, als er im Sommer 2019 von der Flensburger Hafenspitze aus zu seiner Weltreise mit dem Fahrrad aufbrach, verabschiedet von Freunden und Familie – auf unbestimmte Zeit.
Etliche Länder durchradelte er daraufhin Richtung Osteuropa, war in Ungarn, Nordmazedonien, Griechenland und in der Türkei, ohne genauen Plan, immer nach dem Motto: „Ich lasse mich treiben.“ Weihnachten 2019 verbrachte der Schafflunder im Iran und war fasziniert von der Gastfreundschaft der Einheimischen. Das nächste Ziel sollte Südostasien sein: „Meine romantische Vorstellung bestand darin, immer an der Küste entlangzuradeln, von Vietnam über Kambodscha, Thailand, Malaysia, bis ich irgendwann Singapur erreichen würde.“
Also nahm er das Flugzeug und setzte im Februar 2020 zum großen Sprung nach Vietnam an. Doch hier zerplatzten die Träume jäh, die ausnahmslos positiven Erfahrungen als Alleinreisender mit Land und Leuten auf rund 20 000 Kilometern fanden abrupt ein Ende. Die Vietnamesen begegneten ihm geradezu ängstlich, feindselig und ablehnend, wollten ihm keine Unterkunft geben und ließen ihn nicht einmal Lebensmittel einkaufen. Ein Schock für Christopher Fritze, der während seiner Reise oft das Handy ausgeschaltet hatte und Nachrichten der Welt nur ab und zu verfolgte.
Willkommen in Laos
Jetzt aber kamen die ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie mit voller Wucht auf ihn zu. Nachdem ihm die Tragweite der Entwicklungen klar wurde, ein Blick auf die Landkarte verriet, dass bis Kambodscha noch rund 1000 Kilometer vor ihm liegen würden, setzte er sich auf sein Fahrrad und fuhr kurz entschlossen mit wenig Proviant die kürzere Strecke von 120 Kilometern bis nach Laos. Nach dem Grenzübertritt fand er sich in einer völlig anderen Welt wieder. Die ersten Begegnungen mit Einheimischen waren von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft geprägt.
Obwohl Laos nie auf seiner Liste stand, empfand Christopher Fritze hier sofort das wohlige Gefühl des Willkommenseins. Allerdings – auch Laos verhängte kurz darauf einen strengen Lockdown, gleichwohl es gar keine akuten Corona-Fälle im Land gab. Wie sich daraufhin das Leben des Weltreisenden total veränderte, darüber hat der 40-Jährige nun ein Buch geschrieben. Spannend und mit vielen Details beschreibt er darin die zwei Jahre des Lockdowns, die er in Luang Prabang in Laos erlebte. Während einige weitere Weltreisende aus dem Ausland sich nach und nach verabschiedeten, wollte Christopher Fritze die Zeit aussitzen, jedoch ohne zu ahnen, dass sich die Situation über zwei Jahre hinziehen würde: „Abzubrechen war für mich keine Option.“ Die Widersprüchlichkeit des Festsitzens einerseits und der atemberaubenden, unberührten Natur in Laos andererseits hat er im Titel des Buches ausgedrückt: „Gefangen im Paradies.“
Zwei Jahre in das Projekt gesteckt
Es sind aber nicht zuletzt die interessanten Begegnungen mit den Menschen, sein soziales Engagement während der Pandemie vor Ort und der Umgang der Behörden mit dem Lockdown, die dieses Buch zu einer überaus spannenden und lesenswerten Lektüre machen. Jetzt, vier Jahre nach dem Grenzübertritt nach Laos, befindet sich Christopher Fritze auf Heimaturlaub in Schafflund und stellt sein Buch vor: „Zwei Jahre habe ich insgesamt reingesteckt.“ Alles habe er selbst erarbeitet, das Layout angelegt, die vielen anschaulichen Fotos eingefügt und zur Orientierung eine Karte von Laos an den Anfang gestellt. „Ich wollte das Projekt in diesem Jahr abschließen“, erzählt er.
Unterstützt hätten ihn in diesem Prozess Freunde und vor allem seine Partnerin Saita, die ihn immer aufs Neue motiviert habe, dranzubleiben. Und die Liebe zu Saita ist es auch, die ihn bis heute in Laos hält. Die Französin mit laotischen Wurzeln lebte schon vor der Pandemie in Luang Prabang, wo sich beide später kennenlernten. Gemeinsam mit ihrem Hund Haiiro bewohnen sie nun ein Tiny-Haus, haben ein Co-Work-Space aufgebaut, Saita arbeitet für eine Reiseagentur und Christopher Fritze war bis vor kurzem für eine IT-Agentur in Hamburg als digitaler Nomade tätig.
Während das Buch also die Pandemie-Jahre 2020 bis 2022 beschreibt, dürfte sich die Zukunft des Paares vielleicht in Europa abspielen. „Laos ist ein Traumland und war ein Zufluchtsort“, sagt der Autor. Es könne gut eine Urlaubsdestination bleiben, aber um eine Familie zu gründen, suche man nun in absehbarer Zeit ein Zuhause irgendwo in Europa.
Christopher Fritze: „Gefangen im Paradies. Wie ein Umweg mit dem Fahrrad nach Laos mein Leben veränderte.“ 16,99 Euro, ISBN 978-3-8187-3817-4, E-Book 12,99 Euro
Quelle - SHZ Helga Böwadt
Bild zur Meldung: „Gefangen im Paradies“: Schafflunder Christopher Fritze veröffentlicht sein erstes Buch




























