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Liebesbriefe aus dem Ersten Weltkrieg

17.​12.​2024

Fast 1000 Feldpostkarten und -briefe in Sütterlin-Schrift wurden von Lorenz Nicolaisen (Foto) aus Schafflund nicht nur gelesen, sondern akribisch in die lateinische Ausgangsschrift übertragen. Sie erzählen die Liebesgeschichte seiner Großeltern, die während des Ersten Weltkrieges eine lebhafte Korrespondenz pflegten, obwohl sie sich vorher nicht kannten.
Im neuen Jahrbuch des Heimatvereins Schleswigsche Geest ist diese anrührende Geschichte nachzulesen. Der Leser erhält aber nicht nur einen authentischen Einblick in die Gefühlswelt der beiden durch Abdruck etlicher Originalpassagen, sondern wird durch die ergänzenden Erläuterungen des Autors hineingenommen in das tägliche Leben der Städterin aus Dramburg in Pommern und des Landmannes aus Lexgaard in der Zeit zwischen 1914 und 1918.
Dokumentierte Geschehnisse der Vergangenheit und Berichte der Gegenwart aus unterschiedlichen Bereichen der Geest – beides zu verknüpfen ist das Anliegen von Redaktionsleiter Manfred Metzger. Ihm gelte heute ein besonderer Dank, wie es Hans-Werner Carstensen, Vorsitzender des Heimatvereins, ausdrückte. So finden sich auch im Jahrbuch für 2025 neben Erinnerungen an vergangene Zeiten aktuelle Berichte über die zahlreichen Veranstaltungen und Fahrten des vergangenen Jahres sowie beispielsweise eine Reportage über eine Tour über Land mit einem Auslieferfahrer aus Großenwiehe, von der Reinhard Friedrichsen erzählt.
Manche Ereignisse der Gegenwart haben ihre Ursache in der Vergangenheit. Und so verbindet der ausführliche Bericht von Thorsten Schulz die Gedenkfeier in Osterby vom Oktober 2023 mit dem Absturz eines amerikanischen Bombers 1944 in dieser Geestgemeinde. Zur Jahrbuchausgabe war Thorsten Schulz, aufgewachsen in Wallsbüll, eigens aus seiner neuen Heimat Rosenow in Mecklenburg-Vorpommern angereist. „Ich überbringe heute die herzlichsten Grüße der Familien in Amerika“, verkündete er den rund 35 anwesenden Autoren und Vertrauensleuten des Heimatvereins, die sich im Gasthof Immenstedt-Bahnhof versammelt hatten. Auf seine Initiative hin konnte er die Angehörigen der Flugzeugbesatzung ausfindig machen, die später in einer emotionalen Zeremonie an der Absturzstelle in Osterby an der Gedenkfeier teilnahmen und in Anwesenheit des US-Generalkonsuls Jason Chue aus Hamburg einen Gedenkstein enthüllten. Auf über 50 Seiten bildet das Jahrbuch dieses Schwerpunktthema ab, dementsprechend fand auch der Gedenkstein seinen Platz auf dem Cover.

Quelle - SHZ böw

 

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