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Im Auftrag der Zauberei

Schafflund , den 27. 07. 2022

Der Schafflunder Künstler Manfred Neumann tüftelt für die Ehrlich Brothers – ein wenig darf er verraten


Eine E-Mail direkt von den Ehrlich Brothers? Manfred Neumann aus Schafflund rieb sich verwundert die Augen. Ein kurzer Austausch von Nachrichten hin und her folgte, dann war klar: Hier lag keine Verwechslung vor, die international berühmten Magier hatten tatsächlich einen Auftrag für ihn.
„Ich habe keine Ahnung, wie sie auf mich gekommen sind, vielleicht haben sie einen Film gesehen“, erzählt Manfred Neumann. „Und sie schrieben mir nicht, was sie eigentlich wollten – ich sollte kommen.“
Okay, habe er sich gesagt, dann machen wir eine Tour nach Westfalen. In Bünde, einer kleinen ostwestfälischen Stadt, befindet sich die „Zauberwerkstatt“ der Brüder Chris und Andreas Ehrlich; hier werden ihre Ideen für die spektakulären Illusionen, die sie in ihren großen Shows präsentieren, von zahlreichen Mitarbeitern realisiert.
Einen kleinen Vorgeschmack von den Dimensionen registrierte Manfred Neumann gleich bei seiner Ankunft: Riesige Hallen und etliche große Lkw-Tieflader mit Tour-Beschriftung. „Aber ich war etwas spät dran“, musste er feststellen, „Meister und Management warteten schon ungeduldig auf mich.“
Dann wurde es konkret. Ein Auto sollte er zerlegen und wieder so in Form bringen, dass es einerseits geschreddert und andererseits wie ein fester Quader aussehen sollte. Und es musste ein roter Golf sein. Das Gestell dafür war in seinen Maßen vorgegeben – und auch schon vorgefertigt. „Gleich am nächsten Tag wurde es geliefert.“
Die Suche nach einem
alten roten GolfDoch dann begann die Suche nach dem alten roten Golf. In der Nähe von Hamburg wurde Neumann fündig, konnte an Ort und Stelle den Wagen zerlegen und sich die benötigten Blechteile abflexen. Zu Hause ging die Arbeit dann erst richtig los, jetzt war Kreativität gefragt. Und daran mangelt es dem umtriebigen Schafflunder nun wirklich nicht.
Schon auf dem Grundstück findet man in allen Ecken Ergebnisse seiner Leidenschaft, aus Schrott eigenwillige Kunstwerke zu gestalten, ganz aktuell ein kugelrundes „Corona-Objekt“. „Aber inzwischen bekommt man kaum noch Schrottteile“, sagt der 78-Jährige.
Als er noch aus dem Vollen schöpfen konnte, entstanden zahlreiche, oft lebensgroße Objekte aus rostigen Werkzeugen oder alten Landmaschinen, mit denen er Ausstellungen beispielsweise beim Dampf Rundum oder im Fördepark bestückte – alle jedoch unverkäuflich. Heute stehen sie nah beieinander inmitten seiner Sammlungen.
Wie in einem Labyrinth der GeschichteWer zum ersten Mal die bis an die Decke gefüllten, verwinkelten Räume betritt, fühlt sich wie in einem Labyrinth der Geschichte. Historische Hutschachteln, altes Spielzeug, bunte Kaffeedosen oder uralte Tannenbaumständer stehen in Reih und Glied in den Vitrinen, kostbare Kachelöfen und Wandvertäfelungen bilden den Rahmen für Antikes oder Kurioses jeglicher Art – und mittendrin findet noch ein kleines Cabrio seinen Platz.
Und zu jedem noch so kleinen Fundstück weiß Manfred Neumann in bunten Farben die Geschichte seines Ursprungs zu erzählen. „Ich bin Lebenskünstler“, antwortet er auf die Frage nach seinem Beruf, obwohl er in jungen Jahren eine Ausbildung zum Schaufenstergestalter absolvierte, danach an der Werkkunstschule Architektur studierte und in diesem Beruf auch viele Jahre gearbeitet hat. Aber das ist lange Vergangenheit. Doch beim Rundgang durch sein außergewöhnliches Zuhause spürt man seine Leidenschaft für das kreative Gestalten.
Ungewöhnlicher Auftrag der Ehrlich BrothersKein Wunder, dass ihn deshalb auch der Ehrgeiz packte, den ungewöhnlichen Auftrag der Ehrlich Brothers hundertprozentig zu erfüllen. „Einen Plan hatte ich nicht, aber wichtig war, das VW-Emblem und die Buchstaben gut sichtbar zu integrieren“, sagt er.
Dann kam ihm eine Idee: „Es sollte ja wie geschreddert aussehen, also fragte ich meinen Nachbarn, ob er einmal mit dem Bagger über die Teile fahren könnte.“ War aber nicht so erfolgreich. „Anschließend musste ich vieles mit dem Hammer wieder rund schlagen“, sagt er und lacht.
Als die Kiste fertig war, ging es zur Auslieferung wieder nach Bünde. Und was wird nun daraus? „Das bleibt ein Geheimnis“, sagt Manfred Neumann. „Ich weiß nicht, für was sie tatsächlich gebraucht wird.“ Aber irgendwann wird der alte Golf aus Schafflund als Teil einer der großen Shows der Ehrlich Brothers in Paris, Hamburg oder London plötzlich auftauchen.

 

Quelle -SHZ Helga Böwadt

 

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Bild zur Meldung: Im Auftrag der Zauberei

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