BannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbildBannerbild
     +++  Trimm-Dich-Pfad für Schafflund  +++     
     +++  Dingstock II 2021  +++     
     +++  „Nördliche Geest“ gründet Pfarrsprengel  +++     
Link verschicken   Druckansicht öffnen
 

Freiwilliges Soziales Jahr komplett unter Corona-Bedingungen

07. 06. 2021

Ihr Freiwilliges Soziales Jahr verbringen Lenja Schmidt und Jane Esmark in der Schule komplett unter den besonderen Bedingungen der Pandemie – und erleben hautnah die permanenten Veränderungen für Kinder und Lehrkräfte. Aber sie wuppen die Herausforderungen, bleiben flexibel und werden zu unersetzlichen Helfern. „Ohne die beiden wäre es gar nicht möglich gewesen, alle Vorgaben zur Kohortenbildung umzusetzen“, meint Schulleiter Jan Lietzau von der Grund- und Gemeinschaftsschule Schafflund. Sie hätten viele administrative Aufgaben übernommen, bei den Selbsttests und der Notbetreuung unterstützt und die Corona-Maßnahmen beaufsichtigt. Ähnlich dankbar äußert sich Manfred Heuer, Leiter der OGS (Offene Ganztagsschule): „Es ist klasse, wie sich Jane und Lenja zuverlässig und selbstständig einbringen und sich mit uns identifizieren.“ Denn nach wie vor müsse zum Beispiel das Mittagessen in vier getrennten Gruppen stattfinden. Die Trennungen der Kinder haben auch Auswirkungen auf die beiden FSJlerinnen. „Wir sehen uns fast gar nicht. Wir treffen uns eigentlich nur bei der Aufsicht, wenn die Kinder draußen spielen“, erzählen sie. Ebenso fehle der persönliche Kontakt zu anderen FSJlern. Jane wird vom Diakonischen Werk in Rendsburg begleitet und hatte zumindest eine der Seminarveranstaltungen in Präsenz, Lenjas Träger ist die Sportjugend SH in Kiel, die junge Menschen parallel während des Freiwilligen Sozialen Jahres im Sportbereich betreut. „Mir hat der Austausch mit Leuten in meinem Alter gefehlt“, bedauert sie, denn normalerweise hätte es ein tolles fünftägiges Einführungsseminar in Malente gegeben. Doch das ist Schnee von gestern, denn „meine Erwartungen an das FSJ haben sich mehr als erfüllt.“ Als leidenschaftliche Handballerin trainiert die 19-Jährige zurzeit die D- und F-Jugend, die geplante Ballgewöhnung für die Kleinsten darf noch nicht wieder stattfinden. Lenjas Einsatzbereichen liegt eine Drittelung der Kooperationspartner zugrunde: SSV (Schafflunder Sportverein) und OGS am Nachmittag, Schule am Vormittag. Das klingt kompliziert, ist es aber offensichtlich nicht. „An drei Vormittagen übe ich mit Erst- und Zweitklässlern, die beim Lesen oder in Mathe Hilfestellung benötigen“, sagt sie. „Es ist einfach cool, die andere Rolle der Lehrkraft kennenzulernen – und die Kinder freuen sich immer, wenn sie mich sehen.“ Das war auch einer ihrer Beweggründe, ein FSJ zu absolvieren: „Ich wollte raus aus dem eigenen Schulleben, bevor ich nach meiner Fachhochschulreife mit einer Ausbildung beginne.“ Welche das sein wird, steht noch nicht fest: „Für eine Erzieherausbildung stehe ich auf der Warteliste, und beim sh:z habe ich mich als Medienkauffrau beworben.“ Ihr Interesse am digitalen Bereich kam ihr auch für ihr FSJ-Projekt zugute: Für den SSV richtete sie Facebook und Instagram ein und versorgte ihre Handballjungen während des Lockdowns mit Trainingsvideos – mit Erfolg. Lenja lacht: „Ich merke jetzt, dass sie nicht eingerostet sind.“ Zusammen mit ihrer Anleiterin, Sportwartin Anna Marsch, organisierte sie zwei Familientage mit großem Bewegungsparcours in der Sporthalle. Und sie konnte sich fortbilden: „Es ist super, im Rahmen des FSJ seine C-Lizenz machen zu können.“  Jane hatte für das Jahr nach dem Abi an der FPS in Niebüll eigentlich ganz andere Pläne: „Ich wollte ins Ausland, zum Beispiel mit Work & Travel Australien erleben.“ Doch dann kam Corona, und die 20-Jährige aus Stadum entdeckte die Ausschreibung für ein FSJ in Schafflund. Ihr Jahr wird vom Bildungsministerium finanziert und sieht normalerweise den Einsatz ausschließlich in der Sekundarstufe vor – doch die älteren Schüler wurden überwiegend auf Distanz unterrichtet. Folglich betreut auch sie Kinder der ersten beiden Klassenstufen und hilft, wo immer Unterstützung nötig ist. Und sie ist von deren Einstellung begeistert: „Es ist so leicht in deren Welt. Sie kommen morgens fröhlich in die Schule und sind für die kleinsten Dinge dankbar.“ Rückblickend zieht auch Jane ein positives Fazit: „Ich bin froh, ein FSJ gemacht zu haben. Ich durfte arbeiten und kann mir nun keinen besseren Start in die Ausbildung vorstellen.“ Ab August verwirklicht sie ihren Berufswunsch zur Industriekauffrau bei Queisser. Vielleicht kann sie die Sommerferien noch nutzen, um zumindest kleinere Reisen zu unternehmen. Über einen Nebeneffekt ihres FSJ sind sowohl Lenja Schmidt als auch Jane Esmark glücklich: „Wir wurden beide schon geimpft, das ist doch klasse.“

 

Quelle - SHZ Helga Böwadt

 

Bild zur Meldung: Freiwilliges Soziales Jahr komplett unter Corona-Bedingungen

Veranstaltungen