Jugendtreff in Schafflund: Kinder vollziehen den ersten Spatenstich
Ein großer Bagger dient als Symbol für den Start eines Herzensprojekts der Gemeinde Schafflund: An der Festwiese direkt neben der 2023 eröffneten Pumptrack-Bahn entsteht ein Neubau für die Jugend. „Dorf für Kinder – Dorf für alle“, nach diesem Motto wurden bereits in der Vergangenheit Entscheidungen für die unterschiedlichen Bedürfnisse der Generationen getroffen. Seit geraumer Zeit steht nun besonders die Jugend im Fokus. „Wir bauen dieses Haus für euch. Es soll ein Ort werden, an dem ihr euch treffen könnt, gemeinsam Zeit verbringt, Spaß habt, diskutiert oder einfach nur zusammensitzt“, sagte Bürgermeisterin Constanze Best-Jensen.
Doch ob sich die Vorstellungen erfüllen, liegt nicht zuletzt in der Hand der Jugendlichen selbst. Es sind ihre Ideen und Aktivitäten, die dieses Haus mit Leben erfüllen sollen. So sieht es auch Gerit Christiansen, der seine Arbeit als Jugendkoordinator Mitte Oktober aufnehmen wird: „Partizipation wird der Pfeiler meiner Arbeit sein.“ Zwar kenne er die Kinder und Jugendlichen noch nicht, aber er sei Realist und möchte hier einen Schutzraum schaffen, wo sich alle wohlfühlen. In Schafflund sind Kinder und Jugendliche auch jetzt schon aktiv, sei es im Jugendclub, in den zahlreichen Sparten des Sportvereins, der DLRG, dem Angelverein oder beispielsweise in der Musikschule, um nur einige Angebote zu nennen. Was aber fehlt, ist darüber hinaus ein offener Treffpunkt – ganz unabhängig von den individuellen Hobbys. Und diese Lücke wird nun geschlossen, nicht zuletzt dank der AktivRegion Mitte des Nordens, die mit 180 000 Euro den Neubau fördert und zusätzlich die Einstellung eines Jugendkoordinators.
Insgesamt verschlingt der Neubau voraussichtlich 600 000 Euro, eine Investition, die der Gemeinderat sehr bewusst in die Jugendarbeit steckt. Die Vorfälle von Vandalismus in der jüngsten Vergangenheit haben zur namentlichen Erfassung der Täter geführt, von daher gab es nur noch vereinzelte neue Fälle. So erhofft man sich auch in dieser Hinsicht positive Effekte durch einen Jugendtreff, denn „wir haben bisher nichts, wo sich Jugendliche treffen können“, so Best-Jensen. Doch bis dahin wird es sicher noch bis zum Frühjahr dauern. Ursprünglich war als Standort die Schickeria vorgesehen, doch Umbau und Sanierung des alten Tennisheims standen laut Gutachten in keinem Verhältnis zu den Kosten. Und der an dieser Stelle nach einem Abriss vorgesehene Neubau konnte nicht realisiert werden, weil er zu nah am Wald lag. Also entschied man sich für den Standort am Rande der Festwiese mit dem Vorteil, bereits vor Abriss der Schickeria den Neubau beginnen zu können. Gleichzeitig wurden in die Planungen öffentliche Toiletten einbezogen, die bei Veranstaltungen nur von außen zugänglich sind. Und auf den Zeichnungen, die die Firma Holt und Nicolaisen zum Spatenstich mitbrachte, ist auch ein Fenster zu erkennen, aus dem die Jugendlichen zum Weg hin gegebenenfalls Waffeln oder Hot Dogs verkaufen können – wie in einem Kiosk. Im Mittelpunkt des feierlichen Startsignals sollten denn auch die jungen Leute stehen. Ein Festzelt war aufgebaut, Getränke standen bereit und Musik erklang. Die Erwachsenen hielten sich im Hintergrund, überließen alle zehn Spaten den Kindern, die sich sofort austobten. Sie sind die Jugendlichen von morgen, die den Jugendtreff mit ihren Ideen zu einem gemeinsamen Treffpunkt gestalten werden. Bosse, Norik und Linus, drei 11 bis 13-jährige Jungs, haben durchaus konkrete Vorstellungen: „Wir wollen gern mit Gleichaltrigen und Älteren zusammen sein, nicht von den Kleinen genervt werden.“ Man könne gut eine Gaming-Ecke einrichten, wo man zu viert spielen könne, oder auch mal Döner in der Küche produzieren. Und ein Muss in jedem offenen Jugendtreff: „Ein Sofa in einer Chill-Ecke wäre toll.“
Quelle - SHZ Helga Böwadt
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