„Besser als hier lässt es sich kaum umsetzen“
Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung: Was ist mit den Ferien?
Sechs Wochen Sommerferien plus Oster-, Herbst- und Weihnachtsferien können Familien mit schulpflichtigen Kindern ganz schön in die Bredouille bringen. Zumindest dann, wenn beide arbeiten und in der Betreuung der Kinder nicht auf ein familiäres Netzwerk zurückgegriffen werden kann, weil Großeltern teilweise selbst noch berufstätig sind oder weit entfernt wohnen. Und für Alleinerziehende wird es besonders eng, da keine Urlaubsaufteilung mit einem Partner möglich ist.
Hier will das neue Gesetz zum Rechtsanspruch auf Ganztag Abhilfe schaffen, mit dem sich auch der Schulverband Schafflund seit längerem befasst. Ab dem Schuljahr 2026/27 geht es los, zunächst nur für die ersten Klassen, danach schrittweise aufwachsend bis zur vierten Klasse. Das bedeutet für die Eltern die Sicherheit, an fünf Tagen in der Woche die Kinder jeweils acht Stunden gut betreut zu wissen, zunächst im Unterricht, danach in der Ganztagsbetreuung.
Das Angebot ist freiwillig, sodass die Eltern darüber entscheiden, ob das Kind nach dem Unterricht die weiteren Angebote des Ganztags nutzen soll oder nicht. Die Umsetzung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Land, Kommune/Schulträger und Eltern. Da mit einer Zunahme der Anmeldungen für die bisherigen Plätze der Offenen Ganztagsschule (OGS) zu rechnen ist, muss nicht nur der räumliche Platz mit pädagogischer Ausstattung geschaffen werden, sondern auch personell müssen entsprechende Aufstockungen erfolgen, eine Mammutaufgabe für so manche Kommune. Anfang Dezember hat nun das Bildungsministerium Schleswig-Holstein die Betriebskosten-Richtlinie des Landes vorgelegt, die am 1. Januar 2026 in Kraft tritt und den Kommunen Klarheit über die Finanzierung verschafft: Land und Kommunen teilen sich die Betriebskosten im Verhältnis 75 zu 25 Prozent.
Für Schüler mit sonderpädagogischem Bedarf gelten höhere Pauschalen. Zusätzlich stehen Mittel zum Beispiel für Kooperationen mit Vereinen und Verbänden und außerschulischen Lernorten zur Verfügung. Wichtig für die Eltern: Ihre eigenen Beiträge werden maximal 135 Euro betragen, Geschwisterermäßigung und Sozialstaffel sind ebenfalls sichergestellt. „Jetzt kann jeder Schulträger verlässlich seinen Ganztag vor Ort planen“, wird Ministerin Dr. Dorit Stenke zitiert. Mit den Planungen befassen sich die Verantwortlichen allerdings schon seit der Ankündigung, so auch der Schulverband Schafflund, sonst wäre das Zeitfenster viel zu kurz. Um räumliche Kapazitäten zu schaffen, liegt hier der Entwurf für einen Neubau für vier Grundschulklassen schon lange in der Schublade. Durch den Neubau wird im Bestandsgebäude der Schule zwischen den Meeren Platz für die OGS frei.
Besondere Herausforderungen
Auch beim Mittagessen ist es bereits jetzt manchmal recht eng, deshalb wächst gerade ein Erweiterungsanbau für die Mensa in die Höhe. Neben den erforderlichen baulichen Maßnahmen sind es jedoch auch die besonderen Herausforderungen, die mit der Ferienbetreuung einhergehen, weil Schließzeiten nur noch bis zu vier Wochen während der Schulferien vorzusehen sind. Und da auch die Kindergärten lediglich 20 Tage im Jahr geschlossen sein dürfen, hat man sich in Schafflund im Vorwege darauf verständigt, durch verbindliche Absprachen zwischen Schulverband und Kitas gemeinsame Zeiten zu verabreden – als Erleichterung für die Eltern bei ihrer Urlaubsplanung. Hinzu kommen jedoch noch die beweglichen Ferientage und die Schulentwicklungstage, die von jeder Schule individuell festgelegt werden. Seit vielen Jahren ist es die Gemeinde Schafflund, die über den Jugendclub in der Vergangenheit eine verlässliche Ferienbetreuung jeweils eine Woche in den Oster- und Herbstferien und drei Wochen in den Sommerferien angeboten hat, nicht zu verwechseln mit dem Ferienprogramm, das in den gesamten Sommerferien mit einem attraktiven Programm aufwartet.
Zahlreiche Gespräche zwischen allen Beteiligten führten nun schlussendlich zu einem Kooperationsvertrag zwischen der Gemeinde und dem Schulverband. So wird auch für die Zukunft angestrebt, alle Kinder in der künftig erweiterten Ferienbetreuung durch den Jugendclub aufzunehmen, also auch beispielsweise Geschwisterkinder, die noch keinen Rechtsanspruch haben, oder Kinder, die nicht in der OGS sind. „Besser als hier lässt es sich kaum umsetzen“, ist sich Ralf Fleddermann von der Amtsverwaltung sicher. Und Manfred Heuer, Schulsozialarbeiter und Leiter der OGS, sagt: „Die Kinder haben vertraute Gesichter in der OGS und im Jugendclub, es ist hier eine hervorragende Kooperation mit langjährigen Mitarbeitern.“
Und wie wird die Ferienbetreuung konkret aussehen? „Es sollen schöne Ferien sein für die Kinder“, betont Tina Schubert, Leiterin des Jugendclubs. „Wir bieten viele Aktivitäten im Freien an, gehen ins Schwimmbad oder in die Sporthalle, geben Raum für Kreativität und ruhige Rückzugsorte.“
Quelle - SHZ - Helga Böwadt
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