25 Jahre voller Veränderungen - Kleiner Regenbogen

Schafflund, den 27.​10.​2025

Am Anfang bestand der evangelische Kindergarten „Kleiner Regenbogen“ in Schafflund gerade mal aus zwei Gruppen für 40 Kinder, heute können bis zu 120 Kinder in acht Gruppen betreut werden. Dazwischen liegen 25 Jahre voller Veränderungen, die Meike Johannsen, Leiterin ab der ersten Stunde, begleitet und geprägt hat. Und das war schon manchmal ein Kraftakt. „Nach jeder Erweiterung haben wir unser Konzept angepasst bezüglich Gruppenarten, Kapazitäten, Altersstrukturen und erforderlicher Fachkräfte“, erzählt sie im Rückblick.
Im Jahre 2000 wurde die ehemalige Rettungswache am Gemeindehaus im Lindenweg umgebaut, weil die Plätze im „Großen Regenbogen“ und in der kleinen „Kinderstube“ nebenan nicht mehr ausreichten, sich aber auch die Bedürfnisse der Eltern schon langsam veränderten. Die Kinder kommen nicht nur aus Schafflund, sondern ebenfalls aus den umliegenden Gemeinden Hörup, Nordhackstedt und Meyn, von daher besteht seit jeher bei allen Gemeinden großes Interesse an ausreichender qualifizierter Betreuung. „Wir durften immer mitgestalten, in jedes Bauvorhaben wurden wir von Anfang an einbezogen“, sagt Meike Johannsen.
Und das waren so einige. Im ehemaligen Kunsthaus an der Schule entstand 2014 die Außenstelle „Die kleine Arche“, nur ein Jahr später wurde die Hausmeisterwohnung für eine Regelgruppe umgebaut. Die räumliche Nähe zur Schule und die gute Kooperation erwiesen sich als Glücksfall für den sanften Übergang der Großen bis zur Einschulung. Die erste Krippengruppe am Lindenweg ersetzte die kommunale Kinderstube.

16 Kinder in der Waldgruppe
Und vor neun Jahren wurde zusätzlich eine Waldgruppe ins Leben gerufen, 16 Kinder ab drei Jahren dürfen täglich im Wald die Natur hautnah erleben. Das kommt so gut an, dass eine Warteliste eingerichtet wurde. Der Bedarf wuchs also stetig, zum einen, weil in die Neubaugebiete überall junge Familien mit Kindern einzogen, zum anderen, weil sich die Lebensverhältnisse der Eltern änderten. Heute seien in der Regel beide berufstätig, rund 95 Prozent schätzt Meike Johannsen, das habe im Laufe der Jahre dazu geführt, dass die Kinder wesentlich jünger seien als früher und teilweise auch längere Betreuungszeiten benötigten. Es sei immer ihr Bestreben gewesen, sich den gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen, vor allem aber mit dem behutsamen Fokus auf die Kinder: „Kinder brauchen Bindung zu den Bezugspersonen und feste Rituale. Unsere Gruppen haben in den Gebäuden lauter kleine Inseln und Schlafmöglichkeiten, ihren eigenen behüteten Bereich.“
Vor zwei Jahren wurde nicht mehr umgebaut, sondern angebaut – ein Neubau für zwei altersgemischte Gruppen und weitere Funktionsräume. „Wir sind dankbar für die großzügige materielle Ausstattung.“ Viele Wünsche der Pädagogen seien erfüllt worden, denn „gut ausgewähltes Spielzeug und hochwertiges Mobiliar wirken auf die Kinder wie eine dritte Erzieherin“.
Meike Johannsen leitet nun aktuell vier altersgemischte Gruppen und eine Krippengruppe im Lindenweg sowie zwei Regelgruppen und eine Waldgruppe in der Außenstelle „Kleine Arche“ unter der Trägerschaft des Kita-Werkes, somit befindet sie sich schon längst nicht mehr selbst im Gruppendienst, sondern arbeitet täglich daran, „für die Kinder und die rund 30 Mitarbeiter gute Bedingungen zu schaffen“. Zwar sei man personell gut besetzt, wie sie sagt, dennoch bleibe es mitunter ein Spagat. In der Corona-Zeit habe sie „so manche schlaflose Nacht gehabt“. Die Nöte der Eltern bei Gruppenschließungen habe sie nachvollziehen können, dennoch galt es, sich an die bestehenden Vorgaben zu halten. Und die haben sich auch im pädagogischen Bereich seit 2000 kontinuierlich verändert.
Die Bildungsleitlinien, Entwicklungsberichte, verbindliche Elterngespräche oder die Dokumentation der Mitarbeiterzeit gehören ebenso dazu wie der tägliche Austausch mit den Eltern beim Übergabegespräch am Morgen. Viele einzelne Komponenten sind in Einklang zu bringen. Und doch bleibt Meike Johannsen der ruhende Pol. Sie selbst sagt: „Es gibt so viele schöne Momente, die geben mir Kraft, alles durchzustehen.“ Im Vergleich zu früher gebe es mehr Kontrolle, Ziele müssten genau definiert werden, aber „dadurch wird auch unsere Sensibilität geschärft, wir machen uns noch mehr Gedanken darüber, was wir für jedes Kind erreichen wollen“. An ihrem Traumberuf seit Jahrzehnten schätzt sie vor allem das Spontane, denn „jeder Tag ist anders.“ Und natürlich die Kinder: „Ihre Energie springt einfach über, meistens ist es die pure Lebensfreude.“

 

Quelle - SHZ Helga Böwadt

 

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