Wettlauf gegen die Zeit
Bis 2026 muss die Schafflunder Schule die Anforderungen der Ganztagsbetreuung erfüllen
Manches läuft rund, anderes gerät ins Stocken. Beim Schulverband Schafflund schaut man mit gemischten Gefühlen auf die aktuellen Projekte. Ausnahmslos positiv gestaltet sich das Konzept Schulbegleitungspool, bei dem die Mitarbeiter beim Schulverband direkt angestellt sind. „Wir bekommen viele Initiativbewerbungen“, sagt Arne Schatz, der für die Koordination zuständig ist. Zudem herrsche ein hohes Maß an Zufriedenheit unter den Schulbegleitern.
In Vorbereitung auf den Rechtsanspruch der Eltern auf Ganztagsbetreuung ihrer Kinder, der ab 2026 gelten soll, ist der Schulverband seit geraumer Zeit aktiv, um die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen. Dazu gehört eine Erweiterung der Mensa. Richtung Norden soll ein Teil der Terrasse überbaut werden, damit mehr Kinder gleichzeitig in Ruhe essen können. Die Zusage eines Förderzuschusses über 180 000 Euro durch die Aktivregion Mitte des Nordens liegt bereits für 2025 vor. Sobald eine Baugenehmigung erteilt wurde, kann der Mensa-Anbau in Angriff genommen werden.
Ohne Fördergelder geht nichts
Anders sieht es allerdings beim Raumbedarf für die Ganztagsschule aus. Die Betreuungsräume sollen in bisherigen Klassenräumen geschaffen werden, im Gegenzug wird für den Unterricht der Schüler ein Neubau für vier Klassen errichtet. Im neu konzipierten Ganztagsbereich muss teilweise umgebaut werden. Mit diesen Maßnahmen sieht sich die „Schule zwischen den Meeren“ gut gerüstet für die Vorgaben der Ganztagsbetreuung. Bei einer 85-prozentigen Förderung sollte somit ein Zuschuss von rund 1,56 Millionen Euro das Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1,8 Millionen realisierbar machen – so der Plan.
Über das Antragsverfahren macht Verbandsvorsteher Volkert Petersen seinem Unmut Luft: „Nach Auskunft der Fördermittelstelle des Landes sollten nur vollständige Anträge eingereicht werden, die nach dem Windhundverfahren berücksichtigt werden.“ Somit habe man auf die letzten Stellungnahmen, unter anderem vom Kreis, warten müssen und erst Anfang Oktober die Unterlagen komplett eingereicht. Dass andere Schulträger aus dem Kreis Schleswig-Flensburg bereits am Stichtag frühmorgens in Kiel vollständige Anträge abgegeben haben sollen, könne er somit nicht nachvollziehen. Fest stehe jedenfalls, dass bei Ausbleiben der Fördergelder eine Realisierung durch den Schulverband nicht möglich ist. Das Windhundverfahren sei ungeeignet, um eine gerechte Förderverteilung zu gewährleisten, sagt Petersen.
Beim Schulbau- und Sanierungsprogramm „Impuls 2030 II“ des Landes hatte der Schafflunder Schulverband die Zusage, für den Neubau eines Grundschultraktes für vier Klassen eine Förderung in Höhe von 744 000 Euro zu bekommen. Die Förderzusage galt ursprünglich bis in das Jahr 2025 hinein. Doch plötzlich ereilte den Bauherrn im Sommer die Nachricht, dass nur abgerechnet werden kann, was tatsächlich bis Ende 2024 verbaut wurde. Daraufhin begann ein Wettlauf mit der Zeit, der durch eine Verkettung vieler Unwägbarkeiten zusätzlich behindert wurde. Mal fehlten Steine, die Elektroarbeiten mussten neu ausgeschrieben werden, einige Fenster kamen zu spät und mehr.
Unzufriedenheit und Unverständnis äußerte Schulleiter Jan Lietzau, der gern früher in den Neubau umgezogen wäre. „Dank der Unterstützung durch die Amtsverwaltung kommen wir jetzt aber gut voran“, meint Volkert Petersen. „Bis zum Jahresende werden entsprechende Rechnungen vorliegen, sodass wir eine Förderung über 590 000 Euro abgreifen können.“ Dennoch verbleibt die Differenz anteilig bei den Gemeinden Schafflund, Nordhackstedt, Meyn und Hörup, die zusammen den Schulverband bilden.
Quelle - SHZ Helga Böwadt
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