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Schafflund will einen weiteren Arzt

17.08.2019
Gemeindevertretung beauftragt Vertreter der Ärztegenossenschaft verbindliche Gespräche mit allen Beteiligten zu initiieren
 

 „Wir suchen dringend einen weiteren Hausarzt, da unser Arzt in Schafflund an der Kapazitätsgrenze arbeitet“. Diese Feststellung hat Bürgermeisterin Constanze Best-Jensen nun erneut getroffen. Um dies zu erreichen, hat die Gemeinde sich Rat geholt. Thomas Rampoldt, Geschäftsführer der Ärztegenossenschaft Nord, ist ein erfahrener Moderator im Umgang mit solchen Problemstellungen.

„Mit großen Gemeinschaftspraxen könnte man auch jungen Ärzten eine attraktive Perspektive bieten“, beschreibt Rampoldt die beste Möglichkeit. Allerdings sei dies für Schafflund mit den Akteuren vor Ort keine Option. Die Alternative sei die Eröffnung einer Zweitpraxis einer Praxis, die bereits in der Region angesiedelt ist. Die Ärzteschaft Nord würde einen solchen Weg gern in enger Abstimmung mit allen Beteiligten begleiten. Er bemängelte, dass nach anfänglicher Zustimmung „in Schafflund alle guten Willens sind“, aber wenig werde verbindlich.

Gemeindevertreterin Andrea Heinemeier, Ehefrau des ortsansässigen Hausarztes, wies darauf hin, dass es noch einige Sachfragen gebe, die zu klären seien. „Wenn es hier um mangelnde Aufklärung geht, kann ich dies noch heute Abend mit dem Arzt klären“, erklärte Rampoldt. Er erhielt den Auftrag, ein verbindliches Gespräch mit Gemeinde, Arzt und der infrage kommenden Erstpraxis zu führen. „Der große Schulterschluss muss sein, um einen weiteren Hausarzt nach Schafflund zu bekommen“, so Best-Jensen optimistisch.

Die Gemeindevertretung vergab die Arbeiten für den Bau von Sozialstation und Tagespflege. Dabei wird die Sozialstation um 13,6 Prozent teurer als zunächst geschätzt und kostet nun 658.861 Euro.

Gravierender ist da schon die Steigerung bei der Tagespflege um 28,3 Prozent. „Da das Gebäude recht nah am Schafflunder Mühlenstrom stehen wird, haben Bodenproben ergeben, dass die Bodenbeschaffenheit eine kostspielige Tiefgründung erfordert“, erläuterte Architekt Andrée Hansen. Dieser Bau wurde für 683.301 Euro in Auftrag gegeben. Der Baubeginn soll zeitnah erfolgen.

Nördlich von Schafflund, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gewerbegebiet Schneewallacker, soll auf einer Fläche von fast neun Hektar ein Park für Photovoltaik entstehen. Die Betreiber wollen nicht das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch nehmen, um für eigenwirtschaftliches Handeln unabhängig zu sein. Man hofft, einen lukrativen Strompreis anbieten zu können. Der Strom soll regional vermarktet werden. Bürgermeisterin Best-Jensen merkte an, das später auch die Gründung eines Gemeindewerks möglich sein könnte. Die planerischen Voraussetzungen für dieses Vorhaben wurden beschlossen.

Der Antrag, am Horsbeker Weg ein Sondergebiet für einen Biogasstandort zu genehmigen, wurde abgelehnt, da die Gemeinde solche Vorhaben nur unterstützen möchte, wenn ein abgestimmtes, schlüssiges Wärmekonzept vorliegt. Dies sei hier nicht der Fall.

Die Gemeinde ist nun per Beschluss Mitglied im Verein „Wir machen e-mobil“, um die E-Fahrzeuge für Dienstfahrten nutzen zu können. Es wurde auch ein einmaliger Zuschuss von 3500 Euro gewährt, für die der Verein noch eine Deckungslücke hatte. Die beteiligten Gemeinden Hörup und Nordhackstedt hatten bereits entsprechende Beschlüsse gefasst.

Der Jugendclub Schafflund erhält 12.000 Euro als Zuschuss von der Gemeinde, der SSV Schafflund 9.300 Euro für verschiedene Aufgaben und zusätzlich zwei Euro pro Einwohner, die DLRG Waldeck 1.150 Euro und der Amtsringreiterverband 100 Euro.

 

Text - SHZ Reinhard Friedrichsen