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Ein B-Plan für das Pfoten-Hostel?

Schafflund , den 28.07.2018
Gemeindevertretung Schafflund will Gewerbebetrieb die Ansiedlung ermöglichen
 
Aufgalopp in die neue Wahlzeit mit einer Sitzung der Gemeindevertretung in der Sommerpause. Der Grund: Für den Bereich der alten Imkerei am Kolonistenweg sollte der Flächennutzungsplan geändert und ein Bebauungsplan für den Betrieb einer Hundepension/Hundeschule aufgestellt werden.

Auf dem Gelände der alten Imkerei betreiben zwei Frauen seit einem Jahr eine Hundepension und -schule und haben einige Investitionen getätigt. Als sie das Gelände und das darauf stehende Wohnhaus nun erwerben wollten, stellte sich heraus, dass es sich um einen „Schwarzbau“ handelt. Der Verkäufer hatte vor Jahrzehnten nur die Genehmigung zur Errichtung einer Imkerei und daraus unbemerkt durch Ausbau ein Wohnhaus gemacht. Als dies nun bei den Kreisbehörden ruchbar wurde, erfolgte für die beiden Betreiberinnen unmittelbar eine Untersagungsverfügung. Sie dürfen ihr „Pfoten Hostel“ vorerst nicht weiterführen.

Um die Betreiberinnen in ihrer unverschuldeten Situation zu unterstützen und für sie und die Kreisbehörden ein Zeichen zu setzen, unterbreitete Bürgermeisterin Constanze Best-Jensen die Idee, die besagte Fläche für einen solchen Zweck entsprechend zu überplanen. „Für uns wäre dies auch ein ideales Gebiet für unseren geplanten Hundefreilauf“, ergänzte sie.

Gemeindevertreter Volkert Petersen votierte sehr entschieden gegen ein solches Vorgehen. „Legalisieren wir im Nachhinein einen Schwarzbau und schaffen wir hier dem Verkäufer einen finanziellen Vorteil für sein Fehlverhalten?“

Holger Sönnichsen, Leiter des Bauamtes in Schafflund, gab eine Empfehlung. Die Planung dürfe nicht dazu führen, dass dadurch der Kaufpreis steigt. Die Gemeinde solle diese erst fortführen, wenn erkennbar sei, dass Gelände und Gebäude ohne Wohnnutzung zu einem realistischen Preis erworben werden können. Er betonte, dass eine Überplanung des Gebietes keine nachträgliche Legalisierung des Schwarzbaues bedeute. Da den Gemeindevertretern die Gegebenheiten vor Ort nicht bekannt waren, folgten sie dem Antrag von Petersen, die Angelegenheit erst einmal in einer kurzfristig einzuberufenden Bauausschusssitzung zu beraten.

In einem weiteren Punkt wurde ein Beschluss, der gerade erst in der konstituierenden Sitzung gefasst wurde, wieder aufgehoben. Man wollte mit einer Satzung die Errichtung von Werbeanlagen an den Straßen regeln. Nun wurde festgestellt, dass dieses nicht ausreicht und dafür ein Bebauungsplan notwendig ist. So wurde dann ein Aufstellungsbeschluss für den Bereich der Bundestraße 199 / Nordhackstedter Straße / Meyner Straße gefasst. Ausgenommen werden die Flächen der Gebiete um Aldi und Lidl. „Ortsansässige Betriebe sollen gern am Ort ihrer Leistung Werbung treiben können“, betonte Best-Jensen. Es gehe um sehr große und auch blinkende Werbeanlagen, die das Ortsbild stören können. Hier möchte die Gemeinde regelnd eingreifen.

Für den Schulverband konnte Volkert Petersen berichten, dass es möglich sein könnte, für ein geplantes Blockheizkraftwerk über die „Aktiv Region Nord“ eine Förderung von 150 000 Euro einzuwerben. Dieses Kraftwerk würde mit bis zu 500 000 Euro zu Buche schlagen. Es hätte allerdings den Vorteil, dass es im Sommer, wenn die Schule wenig Energie verbrauche, das Schwimmbad versorgen könnte. Eine entsprechende Stromerzeugung könnte so ebenfalls in Kooperation mit der SH Netz AG verteilt werden.

 

Text - SHZ Reinhard Friedrichsen

 

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