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Investieren – sonst drohen Strafzinsen

Schafflund , den 03.01.2018
Finanzexperte rät dem Amt Schafflund, die Überschüsse auszugeben / Zwei Löschfahrzeuge und Parkplatzsanierung sind größte Posten
 
Das Amt Schafflund ist durchaus flüssig – oder anders ausgedrückt: Es verfügt über ausreichend liquide Mittel. Mit 942 000 Euro werden die Abschreibungen seit 2011 fast komplett abgedeckt, wie es eigentlich auch sein soll. Allerdings entsteht daraus gegenwärtig ein Problem ganz anderer Art. „Ich kann den Gemeinden nur empfehlen, für die Investitionen in 2018 diese liquiden Mittel einzusetzen. Wir müssten sonst bei den Banken Strafzinsen für unsere Einlagen bezahlen“, führte Sönke Renger, Leiter der Finanzabteilung, aus. Dieser Empfehlung folgte dann der Amtsausschuss Schafflund auch.

Die größten Investitionen betreffen die zwei neuen Löschfahrzeuge für die Wehren Medelby-Holt und Sillerup, für die zusammen 350 000 Euro aufzuwenden sind. Für die Sanierung des Parkplatzes an der Amtsverwaltung sind 150 000 Euro eingestellt worden. Hier gibt es noch keine genauen Zahlen.

Die geplanten Einnahmen aus dem Finanzplan werden mit 2,3 Millionen Euro die Verbindlichkeiten von 2,2 Millionen Euro übersteigen und so zu einem leichten Überschuss führen. Die größten Belastungen resultieren aus den Personalkosten mit 1,3 Millionen Euro. Eine Steigerung in diesem Bereich von etwa 100 000 Euro ist vorwiegend auf die Erhöhung der Personalstärke in der Amtsverwaltung um zwei Stellen zurückzuführen. Die Gemeinden werden elf Prozent mehr für die 1,8 Millionen Euro Amtsumlage aufwenden müssen als im Vorjahr.

Eine Personalie wurde auf Antrag von Karin Carstensen, Bürgermeisterin in Hörup, beraten: Die zugewiesenen Flüchtlingsfamilien im Amtsbereich bleiben zunehmend vor Ort und bedürfen der Hilfe bei der Integration. Gerade in plötzlich auftretenden Krisen- und Konfliktfällen zeige es sich, so Carstensen, dass es an Möglichkeiten an Verständigung fehle. Es gebe niemanden mit ausreichenden deutsch-arabischen Sprachkenntnissen. Ein Dolmetscher-Pool stehe zwar in Schleswig zur Verfügung, aber auf diesen könne nicht praxistauglich zurückgegriffen werden. Der Amtsausschuss votierte für die Einstellung einer entsprechenden Person in Teilzeit mit guten arabischen und deutschen Kultur- und Sprachkenntnissen. Die Stelle soll zunächst bis zum 31. Dezember 2019 befristet sein.

Seit etlichen Jahren verfügt das Amt Schafflund über keine gültige Geschäftsordnung mehr. Auf Grundlage der letzten wurde nun eine aktualisierte und den gegenwärtigen Verhältnissen angepasste verabschiedet. Den amtsangehörigen Gemeinden wurde empfohlen, ähnlich zu verfahren.

Formal ist das Amt Schafflund der im Grundbuch eingetragene Besitzer des Schwimmbads „Waldeck“. Dieses wird nun per Überlassungsvertrag an die fünf Gemeinden Schafflund, Nordhackstedt, Hörup, Wallsbüll und Meyn übertragen, die ohnehin die Finanzlast des Betriebes tragen.

Eine Lücke reißt das Ausscheiden des ehrenamtlichen Rentenberaters Michael Klatt, der seit dem Jahre 2000 Beratung in der Amtsverwaltung anbot. Etwa 150 Ratsuchende besuchten jedes Jahr seine Sprechstunde. Ob die Stelle neu besetzt werden kann, muss erst einmal offen bleiben. Nachfragen bei den Rentenversicherungsträgern blieben bislang ohne positives Ergebnis.

Reinhard Friedrichsen